Rasenmäh-Gedanken 1 (2009)

Heute habe ich das erste mal in diesem Jahr den Rasen gemäht. Hatte keine Lust auf stressige Musik dabei, und entspannte Musik kommt gegen meinen Rasenmäher nicht an, also hab ich einfach Ohrenstöpsel (1€ original AC/DC-Ohrenstöpsel!) reingetan und gut. Dabei kann man auch immer gut nachdenken, fast wie beim Laufen. Und irgendwie bin ich heute auf das Thema gekommen, welches mir in den letzten Wochen öfter mal durch den Kopf ging: eigentlich ist mein Leben total geil, und trotzdem finde ich es irgendwie doof, wenn Leute in regelmäßigen Abständen „life is  great!“ oder „life is good!“ twittern oder bloggen.

Klar, mein Leben ist auch größtenteils wunderbar. Wenn ich heute sterben würde, ich könnte nicht behaupten, es sei zu früh (auch wenn 34 Jahre nicht viel sind), weil ich ein außerordentlich ausgefülltes und reiches Leben hatte. Nicht nur materiell reich (das auch, zumindest sitze ich gerade in einem coolen Haus auf 1000qm Grundstück (mit  frisch gemähtem Rasen) und tippe diesen Text in ein ehemals 2500€ teures PowerBook), sondern auch reich an Erfahrungen, reich an Emotionen, reich an Abwechslung, Herausforderung, Ruhe, und vor allem Liebe. Ich habe eine grandiose Frau und zwei tolle Töchter. Es erfüllt mich mit unglaublichem Glück zu beobachten, wie sie sich entwickeln („Sag Papa!“, -java.lang.UnsupportedOperationException-, „Sag Papa!“, „Papa“!), wie gesund und glücklich sie aufwachsen.

Aber „life is great“ Twittern impliziert ja, dass es für alle Leute, oder immer toll ist, oder? Und das ist definitiv nicht der Fall. Oder ist gemeint, dass das Leben an sich, also dass es das Leben gibt und nicht alles tot ist, großartig ist? Das mag ja der Fall sein, aber muss man das ständig betonen? Und wieso hab ich damit überhaupt ein Problem, wo mein Leben doch so toll ist?

Ich finde, man muss nicht „life is great“ schreiben. Man kann, verwerflich ist es sicher nicht. Ich fänd aber eine Formulierung wie „my life is great!“ oder „just now life is great“ oder „what a great day“ besser.

Bleibt noch eine Frage offen: warum hab ich heute, Anfang April, eigentlich schon Rasen gemäht? Der Rasen sah echt schlimm aus, hatte den letzten Schnitt im Herbst verpasst, Laub geharkt hatte ich auch zu wenig. Jetzt sieht der Rasen, wie Mareile treffend bemerkte, aus wie ein Fußballfeld. Und jetzt konzentriere ich mich auch lieber auf das (im übrigen sehr gute!) Fußballspiel HSV gegen Manchester City! Auf auf, Hamburg! Ein guter Tag zum Siegen!

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